Montag, 27. August 2012

Catholic Awesomeness (mit Marie)

Die Cappa Magna ist DAS Teil der bischöflichen Chortracht, das wie kein anderes dazu geeignet ist, heiße Debatten zu zünden.

Für die Gegner und Kritiker ist eine Cappa nichts weiter als 5-10 Meter eitler Geldverschwendung, ein tuntiger Prunk-Fummel, den Operetten-Prälaten sich umhängen lassen, um sich als Fürsten aufzuspielen und den stummen Lämmchen zu zeigen, wem hier die Schleppe nachgetragen gehört.

Für die Freunde und Liebhaber ist eine Cappa der Farbtupfer, der ein Bild nicht kostbarer oder richtiger, aber besonders und schöner macht; es sind einige Quadratmeter Platzwegnahme, die man dem Oberhirten gerne zugesteht; es ist der Nachweis von Charakter und echter Maskulinität, da ein Bischof, der sich in der Cappa zeigt, eben nicht mädchenhaft rumzimpert und sagt "Nee... [** rockschößeraff **] Das zieh ich nicht an... [** zumdiademgriffansetz **] Da machen sich bestimmt Leute drüber lustig, und das könnte mein zartes Gemüt nicht ertragen [** davontrippel **]!"

Fakt ist, daß die Cappa niemals verboten wurde, daß die nur aus Rom verbannt ist, aber ansonsten von jedem Bischof in seiner Diözese und von jedem igendwo pontifizierenden Kardinal getragen werden darf.

Ich selbst bin eher ein Fan als ein Gegner. Ich finde schon, daß eine Cappa in einem insgesamt etwas zu Barbara-Cartland-mäßigen Gesamtkontext irgendwie albern bis verdächtig aussehen KANN (nicht muß), aber ich finde auch, daß ein Bischof, der mit Cappa in seine Kirche ein- und später wieder auszieht, ein Pontifikalamt knorkigst aufwertet.

Diverse Internet-Safaris haben mir gezeigt, daß seit einigen Jahren immer mehr und mehr Bischöfe ihre Extrameter Stoff wieder hervorholen. Das wurde bereits reichlichst dokumentiert und die Suche nach Photos zeitgenössischer Prälaten in der Cappa ist mittlerweile einfacher als das Wespenfangen mit Himbeer-Soda.

Was es aber - glaube ich zumindest - bisher noch nicht gab, ist ein Posting, das die verschiedenen Cappa-Modelle mal nebeneinander zeigt. Also springe ich heute tapfer in die Bresche! Ich bin eben kreuz und quer durch's Internet und habe ein paar Photos zusammengrkratzt, die ich Euch jetzt präsentiere (wohlgemerkt: Alles Prälaten, die während der letzten Jahre photographiert wurden):

Fangen wir an mit der unspektakulärsten Variante, einer violetten, bischöflichen Cappa Magna aus Wolle mit seidenem Schulterüberwurf:

(Erzbischof Cremona, Malta)


Es folgt ein weiteres Woll-Modell mit Hermelin:

(Erzbischof Gołębiewski, Polen)


Hier ein Bischof mit einer Cappa Magna aus violetter Seide:

(Bischof Slattery, USA)


Und - ganz selten - ein Weihbischof von Detroit und reisidierender Bischof vom St. Josaphat's Old Seminary in einer Cappa aus geflammter violetter Seide. Keine Ahnung, warum der Bischof dieses Modell trägt. Vielleicht gibt's ja Leser, die sich auskennen...:

(Boschof Reiss, USA)


Das philippinische Sondermodell: Die Cappa aus hyperglänzender Seide. Bißchen viel, wenn Ihr mich fragt, aber ich habe mir sagen lassen, daß das irgendwie kulturell bedingt ist...

(Erzbischof Palma, Philippinen)


Zum Schluß die Kardinals-Cappa aus roter Moirée-Seide. Einmal "normal":

(Kardinal Burke, Präfekt der Apostolischen Signatur)


Und einmal in der kuscheligen Variante mit Hermelin:

(Kardinal Rode, ehem. Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens)


Mein persönliches Fazit: Cappa Magna? Eher AWESOME! als AWFUL!...
__________

Schönen Tag noch und keep it Catholic!
Marie

Kommentare:

  1. Ganz ehrlich gesagt...ich kann mit dem Fummel auch nichts anfangen.

    AntwortenLöschen
  2. Die Querverbindung zu Himbeersirup ist einleuchtend, besonders auf den Philippinen.
    Hermelin stammt meines Wissens immer aus Pelzfarmen, und ich halte es nicht für gut für Menschen, wenn sie ihr Brot mit Tierquälerei verdienen. Webpelz täte es auch und wäre nicht weniger schick!
    Im übrigen finde ich die Cappa Magna eindrucksvoll, aber zugleich mit einer Tendenz zur Albernheit. Wer allerdings so bezaubernd lächelt wie der maltesische Erzbischof, wirkt auch in der Cappa seriös.

    AntwortenLöschen